Vom 10.12.2009 / Kategorie(n): News

Köln zum dritten Mal Deutscher Meister im Inline-Skaterhockey

Selten war die Playoff-Finalserie der Deutschen Inline-Skaterhockey so spannend, wie in dieser Saison. Nachdem die Kölner im Viertel- und Halbfinale erst Essen und dann Lüdenscheid in jeweils nur zwei Spielen bezwungen wurde, standen sich im Finale zwei Schwergewichte im internationalen Inline-Skaterhockey gegenüber: Köln und Duisburg gehörten in den letzten Jahren zu den besten Mannschaften in Europa.

Bereits zweimal standen sich beide Mannschaften in der diesjährigen Serie gegenüber – beide Mannschaften gewannen jeweils ihr Heimspiel nur knapp. Beim letzten Spiel in Duisburg konnten die Gastgeber das Spiel erst in der Overtime für sich entscheiden.

Die Stimmung in der ausverkauften Halle in Köln-Bocklemünd was also schon entsprechend emotional bevor die Unparteiischen die Partie anpfiffen.

Die kölner Trainer Victor Martinez, der die Reihen notgedrungen noch einmal umstellte, war sich bewusst, dass die Kraft eingeteilt werden musste, um mit dem dezimierten Kader über die volle Distanz konkurrenzfähig zu sein. Nach einem guten Start und zweimaliger Führung durch Kai Esser ging es mit einem leistungsgerechten 2:2 in die Pause.

Wie schon so häufig in der Saison begann der zweite Abschnitt sehr durchwachsen, sowohl beim 2:3, als auch beim 2:4, das sogar in eigener Überzahl fiel, trat die Hintermannschaft nicht souverän auf. Trainer Victor Martinez reagierte mit einer Auszeit, um seine Mannschaft neu zu organisieren. Mit neuem Schwung und durch Kai Essers und Robin Weisheits Sololauf zum 4:4 Ausgleich fand die Mannschaft aber wieder ihren Rhythmus. Dennoch gelang den Ducks in der 33. Minute der 4:5 Führungstreffer.

Das nun folgende Drittel sollte der würdige Abschluss einer spannenden Serie um die Deutsche Meisterschaft sein. Hier zeigte der HC Köln-West eindrucksvoll, dass solche Spiele manchmal nur durch Wille und Einsatz gewonnen werden können. Nach dem Duisburger 4:6 lief den Kölner die Zeit weg, ununterbrochen rannte man auf das Duisburger Tor an, durfte aber die Abwehr noch nicht ganz auflösen. Nach einer weiteren überstandenen Strafzeit nutzte wieder Kai Esser mit seinem vierten Treffer an diesem Abend den Platz vor dem Tor und setzte den Ball unhaltbar in die Duisburger Maschen. Die Fans in der Halle trieben ihre Mannschaft nun weiter nach vorne und in einem Überzahlspiel, das eigentlich schon abgelaufen war, man aber in der Formation weiterspielte, erzielte Rene Müller tatsächlich den umjubelten Ausgleich.

Die Zuschauer hatten gerade noch die Ansage des Hallensprechers vernommen, als sich Meik Kemmerling an der rechten Seite den Ball schnappte, Fahrt aufnahm, auch von zwei Enten nicht mehr aufgehalten werden konnte und aus spitzen Winkel zum Torerfolg kam.

Gespielt waren nun fast 58 Minuten, die im Hockey aber nicht ausreichen, um ein Spiel zu entscheiden, zumal in der 59. Minute noch eine Zweiminutenstrafe gegen David Weissheit ausgesprochen wurde. Duisburg setzte nun alles auf eine Karte, nahm den Torhüter zu Gunsten eines fünften Feldspielers heraus, um doch noch die Verlängerung zu erzwingen.

In der 3 zu 5 Unterzahl hatte Max Bankewitz hatte noch die große Gelegenheit, den Sack endgültig zuzumachen, er verfehlte das leere Tor jedoch aus aussichtsreicher Position. Zeit gewann man durch diesen Vorstoß trotzdem, so dass den Duisburgern noch exakt ein Angriff blieb, der es aber in sich hatte und Torhüter Paul Bankewitz zu einer Großtat zwang, als er dem vor seinem Tor frei stehenden Angreifer den Ball vom Schläger spitzelte.

Einen Moment später schon ertönte die Schlusssirene, der HC Köln-West ist neuer Deutscher Meister und feiert seinen dritten Titelgewinn nach 2006 und 2007.

„Ein besonderer Dank gilt allen Betreuern und Helfern des Teams und natürlich den zahlreichen Zuschauern sowie den Sponsoren, die die Mannschaft großartig unterstützt haben!“